Neurodivergenz im Klassenzimmer: Was Lehrkräfte wirklich helfen kann

Teilen

Inklusion steht im Lehrplan. Die Realität sieht oft so aus: 28 Schüler, davon vier mit Förderbedarf, eine Vertretungsstunde und kein Co-Teaching. Was dann wirklich hilft — jenseits von Theorie.

Struktur schlägt Kreativität (zumindest für den Anfang)

Neurodivergente Schüler — ob ADHS, Autismus-Spektrum oder LRS — profitieren enorm von vorhersehbaren Abläufen. Nicht weil sie keine Kreativität mögen, sondern weil Unvorhersehbarkeit kognitive Ressourcen kostet, die dann für den Lerninhalt fehlen.

Konkreter Tipp: Den Stundenbeginn immer gleich strukturieren. Tagesplan an die Tafel, auch wenn er sich selbst ergibt.

Sitzplatz ist keine Kleinigkeit

Der vorderste Platz direkt vor dem Pult ist nicht immer der beste für ADHS-Schüler — zu viel Ablenkung durch Mitschüler im Rücken, zu nah an sozialer Kontrolle. Oft bewährt sich: seitlich vorne, Blick zur Wand, weg vom Fenster.

Aufgaben kleiner machen

"Lies Kapitel 4 und beantworte die Fragen" ist für manche Schüler eine unlösbare Mega-Aufgabe. Dieselbe Aufgabe in drei Teilschritte zerlegt — "Lies bis Seite 47, mach eine Pause, lies weiter" — ist plötzlich machbar. Das Lernziel ist identisch.

Bewegungspausen sind kein Luxus

Kurze Bewegungsunterbrechungen (2–3 Minuten) verbessern die Konzentration nachweislich — bei allen Schülern, nicht nur bei neurodivergenten. Für ADHS-Schüler sind sie oft die Voraussetzung für die nächste Lernphase.

Digitale Förderplanung spart Zeit

Individuelle Förderpläne für mehrere Schüler parallel zu pflegen kostet enorme Zeit. KI-gestützte Tools können dabei helfen, Profile zu verwalten, Maßnahmen zu dokumentieren und bundeslandspezifische Anforderungen im Blick zu behalten.

Prismio Kompass wurde genau für diese Situation entwickelt — für Lehrkräfte, die fördern wollen, aber nicht in Papierkram versinken möchten. → Mehr über Prismio Kompass erfahren


Welche Methoden funktionieren in deinem Unterricht? Teile deine Erfahrung — dieser Ratgeber lebt vom Austausch unter Fachkräften.

Weiterlesen

Sensorische Überempfindlichkeit: Wenn die Welt zu laut, zu hell, zu viel ist

Das Summen der Neonröhre, das Kratzen des Etiketts im T-Shirt, der Geruch von Kantinessen drei Räume weiter — für die meisten Menschen Hintergrundgeräusch. Für Menschen mit sensorischer Überempfindlichkeit kann es den ganzen Tag ruinieren. Was dahintersteckt Sensorische Verarbeitungsstörungen treten häufig zusammen mit ADHS, Autismus-Spektrum und Hochsensibilität auf — können aber auch unabhängig

Von Jochen Wingerter